Wie COP23 zur klimaneutralen Konferenz wird

CopClimateneutral

Die UN-Klimakonferenz in Bonn (COP23, 6. – 17. November 2017) soll auf allen Ebenen der Gesellschaft zu mehr Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung führen. Dabei lassen die Organisatoren der COP23 den Worten auch Taten folgen und sorgen dafür, dass die Veranstaltung so nachhaltig wie möglich wird. In einer Serie beleuchtet das Nachrichtenteam des UN-Klimasekretariats, was "Nachhaltigkeit" für verschiedene Bereiche der Konferenz wie zum Beispiel Transport, Catering, Energie und Offsetting bedeutet. Dieser erste Artikel der Serie setzt sich damit auseinander, wie die Konferenz ganz zum Schluss auch durch den Ausgleich von Emissionen vollständig kohlenstoffneutral wird.

Eines der Hauptziele der Vereinten Nationen besteht darin, dass die Gesellschaft kohlenstoff- oder klimaneutral wird. Daher liegt auf der Hand, dass auch die UN-Klimakonferenz in Bonn eine klimaneutrale Veranstaltung werden soll.

Da die meisten Delegierten, die zu der Konferenz kommen, genau wie im Fall anderer internationaler Großevents, aus dem Ausland anreisen werden, besteht der größte Teil des durch die COP23 verursachten Treibhausgasausstoßes aus den Emissionen, die durch Langstreckenflüge verursacht werden.

Darüber hinaus verursachen Hotelübernachtungen und der damit verbundene Energieverbrauch ebenso weitere Emissionen wie die Beförderung der Teilnehmer von Unterkünften zum Konferenzort und zurück.

Dr. Hartmut Stahl vom Öko-Institut berät die deutsche Bundesregierung, die als technischer Gastgeber der COP23 fungiert, in Fragen der Nachhaltigkeit. “Der erste Schritt besteht darin, die Treibhausgasemissionen einer Veranstaltung bereits im Vorfeld zu reduzieren, indem zum Beispiel auf Energieeffizienz geachtet wird", sagt er. "Der zweite Schritt ist dann, so weit wie möglich Energie aus erneuerbaren Quellen zu nutzen."

Dennoch, fügt Stahl hinzu, gebe es immer eine gewisse Menge an Emissionen, die sich einfach nicht vermeiden lasse: "In einem letzten Schritt müssen diese Emissionen dann kompensiert werden", sagt er. "Das geschieht, indem in unterschiedliche Klimaschutzprojekte zumeist in Entwicklungsländern investiert wird." Um zu vermeiden, dass der Transport vor Ort viele Emissionen verursacht, wird der öffentliche Nahverkehr so weit wie möglich erste Wahl. Außerdem werden die beiden offiziellen Konferenzzonen der COP23 mit elektrischen Shuttle-Bussen verbunden, deren Strom aus erneuerbaren Quellen stammt (mehr zu dem Thema  "Erneuerbare Energien und Nahverkehr " in einem späteren Artikel).

Alle unvermeidbaren Emissionen der COP23 werden von der Bundesregierung ausgeglichen werden, und zwar indem diese zertifizierte Emissionsgutschriften erwirbt. Der sogenannte Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM) ermöglicht es Industriestaaten, ihre Emissionen ausgleichen, indem sie Projekte zur Emissionsminderung in Entwicklungsländern finanzieren. Im Fall der COP23 sollen dies vorzugsweise Projekte sein, die in den kleinen Inselstaaten (Small Island Developing States, SIDS) realisiert werden.

Dieser Schwerpunkt trägt der Tatsache Rechnung, dass mit Fidschi ein solcher Inselstaat der diesjährigen UN-Klimakonferenz in Bonn vorsitzen wird.

Darüber hinaus bietet die sogenannte "Climate Neutral Now"-Initiative der Vereinten Nationen Organisationen, Firmen und Individuen die Möglichkeit, ihre eigenen Treibhausgasemissionen – unabhängig von der COP – auszugleichen, indem sie in von der UN zertifizierte Ausgleichsprojekte investieren.

Berechnung des "CO2-Fußabdrucks" der COP

Nach dem Ende der Konferenz wird zunächst die gesamte durch die Konferenz verursachte Kohlenstoffbilanz berechnet, die auch "CO2-Fußabdruck" genannt wird – und dann entsprechend ausgeglichen.

"Reisen, Verpflegung und Unterkunft und alle anderen Dinge, die mit der COP in einem Zusammenhang stehen, bekommen so eine Art Emissions-Preisschild", erklärt Dennis Winkler das Vorgehen. Er leitet die COP23-Taskforce für Nachhaltigkeit und ist beim UN-Klimasekretariat verantwortlich für Nachhaltigkeit der Klimakonferenzen. "Zum Schluss addieren wir alle Einzelbeträge und definieren dann ein Verfahren, um den so berechneten Fußabdruck, also die Emissionen, auszugleichen."

Externe Umweltprüfer werden gemäß des Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) ermitteln, wie umweltfreundlich die COP ist, und wie groß ihr Fußabdruck ausfällt. Dieses EMAS-Verfahren beruht auf einer strengen Verordnung der Europäischen Union (EU).

EMAS liefert gewissermaßen den Rahmen für die nachhaltige Organisation der COP23 und berücksichtigt Bereiche wie Energie- und Ressourceneffizienz, Konformität mit relevanten Richtlinien und Gesetzen ebenso wie die Einbindung von sogenannten Stakeholdern. Die Ziele sowie die zur Erreichung dieser Ziele ergriffenen Maßnahmen werden im Rahmen des EMAS-Verfahrens öffentlich dokumentiert.

Bereits das Nachhaltigkeits-Management der UN-Klimakonferenz in Paris, COP21, im Jahr 2015 sowie die des Weltklimagipfels in Marrakesch, COP22, im vergangenen Jahr wurden gemäß des internationalen Standards ISO 20121 zertifiziert.

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